2016

Eindrücke und Fotos der vergangenen Saloniki

Salonik-1-2-3

 

Frühling: kogel-mogel

Was macht mir am meisten Spaß bei der Planung der Saloniki?

Die Erinnerung die Kindheit in Polen der 80er Jahre. Viele der längst vergessenen Erinnerungen tauchen erst wieder auf, wenn wir den nächsten Salonik planen. Erstaunlicherweise sind viele der Erinnerungen geschmacklich bzw. kulinarisch. Wenn ich beispielsweise an Frühling und an Ostern in Polen denke, habe ich zuerst den Geschmack von hartgekochten, mit Zwiebelschalen gefärbten Ostereiern auf der Zunge. Meine Mutter hat die Eier immer etwas zu lange gekocht – so, dass das Eigelb einen grauen Rand bekam. Das mag ich übrigens bis heute. Oder den Geruch von Wurst in der Kirche an Karsamstag, wenn die Osterkörbe gesegnet werden. Auf Deutsch heißt das übrigens „Fleischweihe“. Ein Wort, das ich übrigens erst bei der Vorbereitung des Saloniks kennen lernte. So vermischen sich Erinnerungen mit neuen Erfahrungen – und unsere Kinder haben daran teil und können kosten, zuhören und sich so ihren ganz eigenen kogel-mogel ausbilden.

U.L.

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Info: Der Salonik pausierte im Sommer und Herbst. Nach dem langen Sommerurlaub, den viele von uns in Polen verbrachten, ging es dann im Winter 2016 mit einem neuen Schwung an Ideen weiter.


Winter: kutia

Letzter Satz meiner vierjährigen Tochter am Abend nach dem Winter-Salonik: „Mama, ich werde jetzt vom Salonik träumen.“ Ein schöneres Lob kann es nicht geben, meine ich. Auch wenn der Salonik nur vier Mal im Jahr stattfindet, so prägt er die Kinder mittlerweile sehr. Tagelang danach wird noch das Begrüßungslied gesungen, das die Kinder schon längst verinnerlicht haben und der Salonik wird in Rollenspielen „nachgespielt“. Warum ist das so? Vielleicht ist es die besondere Stimmung im Buchbund, das gemeinsame Singen, die Eltern, die irgendwie anders sind als sonst, wenn sie sich an ihre (polnische) Kindheit erinnern. Das alles nehmen die Kinder auf und freuen sich immer auf diese besonderen Samstage im Jahr. Bei meinem Kind kommt noch dazu, dass sie die Vorbereitungen ganz bewusst mitbekommt. Dieses Mal waren die Vorbereitungen für den Weihnachtssalonik besonders aufwendig. Für die kutja, die wir gemeinsam machen wollten, brauchten wir nämlich eine Menge gemahlenen Mohn. Und dieser musste selbst gemahlen werden. Dafür hat mir meine Mutter sogar ihre Mohnmühle geschickt. Dadurch sind wir nun zu Mohnexperten geworden. Wissen, dass man nur trockenen Mohn richtig mahlen kann und nicht den nassen, vorgekochten. Das tropft nämlich ganz fürchterlich… Die Kinder haben dann auch die Mohnmühle ausprobiert, haben Nüsse geknackt, Rosinen eingeweicht und Trockenfrüchte aus dem neuen wunderbaren türkischen Laden Kottbusser Damm Ecke Böckhstraße kleingeschnitten. Spätestens da haben wir uns von den alten Rezepten und Vorgaben gelöst und haben neu interpretiert und nach unserem Geschmack gestaltet und verändert. So wurde es eine deutsch-polnisch-türkische-berlinische kutja, die vielleicht anders schmeckte als bei der babcia, aber doch köstlich war und uns auch ein bisschen an die Weihnachten unserer Kindheit erinnerte.

U.L.

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