2017

Eindrücke und Fotos der vergangenen Saloniki

Salonik-1-2-3

Frühling: bocian

Du bist Spatz und du bist Storch, so ein Zitat aus einem Animationsfilm für Kinder. Es ist beides möglich, es schließt sich nicht aus und ist kein Widerspruch. So eine Erkenntnis unseres Saloniks, in dem die bociany, die Störche, die Hauptrolle spielten, die gerade aus den „warmen Ländern“, z „ciepłych krajów“, wie man auf Polnisch sagt, zurückkehren. Nach einer langen Reise zwischen den Kontinenten, die sie Jahr für Jahr antreten. Immer wieder auf der gleichen Migrationsroute, immer wieder an den gleichen Ort zurück.
Du bist Spatz und du bist Storch. Und das wollen wir auch den Kindern vermitteln mit unseren Saloniki, bei denen es nicht darum geht, krampfhaft grammatikalisch korrektes Polnisch einzuüben, sondern spielerisch mit Sprache, mit dem Alltag, mit der Erinnerung, mit den Familientraditionen, Nationalitäten und Herkünften umzugehen. Keine Zuschreibungen, keine Festlegungen, keine Zwänge. Wenn die Kinder nicht Polnisch sprechen wollen, dann müssen sie es nicht. Dennoch wollen wir natürlich auch einen Ort schaffen, an dem die Kinder sehen können, dass es mehr von diesen komisch vermischten Familien gibt, in denen auch deutsch oder polnisch oder beides gesprochen, vorgelesen oder gesungen wird. Wo es sowohl kle-kle als auch klapp-klapp gibt.

U.L.

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Sommer: cebulka

Entweder man liebt sie oder man hasst sie. Was dazwischen scheint es nicht zu geben. Und Kinder, so unsere Erfahrung, wählen auf jeden Fall die zweite Variante. So der Ausgangspunkt zu unserem kleinen Selbstversuch, bei dem wir uns neugierig an die ZWIEBEL herantasten, sie kennenlernen und entdecken wollten.

Das Ergebnis war auf so vielen Ebenen überraschend. Es schien was in Bewegung geraten zu sein. Die Fronten waren nicht mehr so klar und eindeutig verteilt. Uns selbst hatte die intensive Salonik Vorbereitung auf den Geschmack gebracht und wir fingen wie aus dem Nichts an, Zwiebeln über Tomatenbrote zu streuen und in Salate zu schnippeln. Jahrzehnte lang war das undenkbar gewesen. Und dann am Tag des Saloniks konnten wir es nicht fassen, wie sich die Kinder plötzlich und ungeahnt um die kleinen Silberzwiebeln aus dem Glas stritten und von dem Zwiebel Sirup nicht genug bekommen konnten und „Noch mehr, noch mehr! Jeszcze, jeszcze!“ schrien.

Was haben wir da angerichtet mit dem Zwiebel-Salonik? Ist es tatsächlich so einfach, Kindern Lust auf Neues oder vermeintlich Ekliges zu machen? Sie sogar dafür zu begeistern? Es ist uns jedenfalls mit der Zwiebel bei dem Sommer-Salonik gelungen. Was haben wir dafür getan? Was hat diese Begeisterung ausgelöst?

Vielleicht unsere eigene Neugierde und der leidenschaftliche Austausch von Zwiebel-Anekdoten und Kindheitserinnerungen an Zwiebelsäckchen, an Knoblauch mit heisser Milch und Butter oder – schlimmer noch – an czosnek w pupie als Heilmittel gegen alle Krankheiten und Wehwehchen.

Vielleicht waren es aber die zwiebeligen Kinder-Gedichte, die Asia vom Buchbund für uns rezitierte. Womöglich war es aber auch das wunderbare und raumfüllende Singen, das uns alle erstaunte und beglückte und das Dank der musikalischen Begleitung und Anleitung der zauberhaften Kantorin Sophia Forck möglich wurde.

Vielleicht aber sind Gründe für diesen Geschmackswandel – wie so oft, und das nicht nur bei Zwiebel-Themen – doch vielschichtiger und vielseitiger als wir denken.

Wir machen jedenfalls weiter – mit Austausch, mit Annäherungen, Selbstversuchen, Neu- und Wiederentdeckungen und mit allerlei Geschmacksproben. Das nächste Mal dann ganz herbstlich und rund um den Apfel.

U.L.

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Winter: krasnale

Dieser Salonik stand unter einem besonderen Stern. Klar: es war nur wenige Tage bis Weihnachten hin.

Aber heißt das automatisch, dass es ruhig, besinnlich und gemütlich zuginge? Kolędowanie, weihnachtliches Schwelgen? Eben nicht.

Kurz vor Beginn erfuhr ich von Erkältungen; gleich mehrere Saloniki Stars mussten kurzfristig absagen, womit der ganze Salonik knapp vor der Absage stand. Um uns herum spielte sich das trubelige Weihnachtsgeschäft ab; auch im buchbund war gut was los. Unseren Freunden vom buchbund wollten wir dabei natürlich nicht im Weg stehen bzw. nicht zu viel Raum einnehmen. Aber anders als wir erwarteten, kamen weit mehr Kinder und Erwachsene als bei den letzten Saloniki dieses Jahres. Die meisten hatten sich nicht angemeldet, denn sie waren gerade erst wieder gesund geworden. Der Raum war schließlich voller Kinder zwischen knapp 7 Wochen – witaj Kubuś! – und 7 Jahren. Was schön war! Zwar nicht ruhig und besinnlich, aber das war ja auch nicht der Plan. Es wurde eher laut und vor allem auch schön bunt.

Und gerade im Lauten und Bunten leuchtet er hell, der besondere Stern. Ula und Madzia, Ihr beide seid für mich so ein Stern, denn ohne Euch hätte ich nie solche wunderschönen Wichtel geschneidert und genäht – danke, dass Ihr Eure Ideen schon lange vor dem Salonik geteilt habt und wir diese verwirklichen durften, auch wenn Ihr dieses Mal nicht dabei sein konntet. Wir sind mittlerweile geübt und wollen mit Euch bei nächster Gelegenheit weitere Wichtel basteln.

Und da leuchtet schon der nächste Stern auf: Stepi und Stella! Ihr hattet es raus und konntet uns die Nähanleitung verständlich machen. Wäret Ihr nicht dabei gewesen, wäre es mit der Wichtelpracht auch nichts geworden.

Überhaupt lebt ja der Salonik davon, Freunde wiederzusehen und miteinander ein Stück weiterzugehen. Ob per gelungener Bastelei, einer spannenden Eingebung am Rand oder zumindest einem kurzem Gespräch.

Und genau davon genoss ich diesmal reichlich.

Unser Gedichte-Wichteln mag zum Schluss etwas kurz gekommen sein, denn es kam schon eine leichte Aufbruchsstimmung auf. Und doch konnten wir Julian Tuwim vernehmen, mit wunderschöner Zeichnung eines kleinen Saloniki Stars – und ja: beim Verabschieden an der Tür kamen wir auf diesen Dichter zurück, und über ihn auf bereits anvisierte Pläne für das kommende Jahr. Ich genoss es auch, die Gedichte auszupacken, die ich mitgebracht hatte, und zwar weil jeweils ganz stark eine Freundin aus unseren ‚Reihen’ in meinen Gedanken dabei aufleuchtete. (Sprecht mich an, wenn Ihr es genauer wissen möchtet).

Ein Gedicht tippe ich Euch hier ab, weil es meine Wünsche für Eure Weihnachtszeit und für unser neues Jahr gut auf den Punkt bringt:

Lasst uns viel lachen und gesund bleiben!

K.B.

Śmiech

Niech się śmieje szewc, magister, uczeń, ksiądz, minister!

Śmiech na zdrowie dobrze robi, więc będziemy wszyscy zdrowi!

(Małgorzata Strzałkowska)

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